• Christof Weihe
  • Dennis Schneiders
  • Jaqueline Walter

Das Fahrturnier

Das Fahrturnier
Eigentlich ist die große Zeit der Karren, Kutschen und Karossen schon längst vorbei, aber das Fahren mit Pferden erlebt derzeit eine nie geahnte Renaissance. Obwohl wesentlich aufwendiger als jede andere Pferdesportdisziplin, wächst die Anhängerschar des Fahrsports beständig. Aber nicht nur bei der Anzahl der Aktiven ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, namhafte Veranstalter setzen auf die Publikumswirksamkeit von Fahrwettbewerben.

Wie alles begann

Dieser Sport hat eine lange Tradition. Vor ca. 500 Jahren wurde die Kutsche erfunden. Ende des 19. Jahrhunderts konzipierte Benno von Achenbach ein Fahrsystem, das auch heute noch Gültigkeit hat. Seine Idee war es, ein Wagenpferd - ähnlich wie ein Reitpferd - zu gymnastisieren, auf der Basis von Gehlust, Schwung, Gehorsam, Durchlässigkeit und Versammlung. Demnach unterscheidet der Fahrsport drei Disziplinen:

  • die Dressur
  • die Geländefahrt
  • das Hindernisfahren

Die jeweilige Einzeldisziplin wird als separate Prüfung ausgefahren, so dass für jede Disziplin ein Sieger ermittelt wird. Am Ende eines Fahrturniers wird noch ein Gesamtsieger aus einer kombinierten Wertung der drei Teilprüfungen ermittelt. Großpferde und Ponys werden der Fairness wegen getrennt gewertet.

Dressur

Dressur
Um Pferde / Ponys solide auszubilden, müssen nicht nur Reiter, sondern auch Fahrer ihre vierbeinigen Sportkollegen dressurmäßig arbeiten. Die Dressur besitzt im Turniersport einen außergewöhnlich hohen Stellenwert. Die Pferde sollen in allen Gangarten eine höchstmögliche Durchlässigkeit zeigen. Im Gegensatz zum Reiter, der mit seinem gesamten Körper auf das Pferd einwirken kann, stehen dem Fahrer nur Leinen und Peitsche zur Verfügung. Deren richtiger Gebrauch fließt in die Dressurbewertung mit ein. Aber auch das exakte Fahren der Figuren ist ein wichtiges Kriterium in der Beurteilung der gefahrenen Dressuraufgabe.

Die Gespanne erhalten je nach gezeigter Leistung eine Wertnote zwischen 0 (schlechteste Wertnote) und 10 (beste Wertnote) für die jeweiligen Einzellektionen. Die Summe der einzelnen Lektionen und der Noten für den Gesamteindruck ergibt die erreichte Punktzahl. Der Fahrer mit der höchsten Punktzahl gewinnt die Dressur. Für die kombinierte Wertung werden die Punkte nach einem bestimmten Rechenmodus in Strafpunkte umgewandelt, je niedriger die Strafpunktzahl, desto besser.

Geländefahren

Geländefahren
Prüfungen dieser Art sind zweifelsfrei die Attraktionen eines jeden Fahrturniers. Leistungsfähigkeit und Ausdauer, Gefühl für Geschwindigkeit und Geschick beim absolvieren der Hindernisse sind zwingend notwendig, um diese Teilprüfung erfolgreich zu beenden. Der dressurmäßigen eleganten Kleidung ist hier eine robuste und zweckmäßige Ausstattung vorzuziehen. Nur ein gut eingespieltes Team wird hierbei erfolgreich sein. Jedes Gespann hat eine in mehrere Teilabschnitte gegliederte Strecke zurückzulegen, wobei indem Streckenabschnitt ein gefordertes Tempo sowie die vorgeschriebene Gangart einzuhalten sind. Wird die verlangte Geschwindigkeit nicht erreicht, führt das zwangsläufig zu Zeitüberschreitungen, die für jede angefangene Sekunde mit 0,2 Strafpunkten geahndet werden. Höhepunkt der Fahrt ist das letzte Teilstück, die Geländestrecke mit festen Hindernissen. Die Tore innerhalb der Hindernisse sind gemäß der aufsteigenden Buchstabenfolge möglichst schnell zu durchfahren. Da jedes Hindernis zur Strafzone deklariert ist, wird die gemessene Durchfahrtszeit mit 0,2 Punkten / Sekunde in Strafpunke umgerechnet.

Hindernisfahren

Hindernisfahren
Beim so genannten „Kegelfahren“ werden noch einmal die Geschicklichkeit des Fahrers und der Einklang mit seinen Pferden auf die Probe gestellt. Es gilt einen vorgeschriebenen Parcours fehlerfrei und möglichst schnell zu durchfahren. Die Hindernisse bestehen aus Toren, die begrenzt werden durch Kegel mit abwerfbaren gelben Bällen. Die Torbreite richtet sich jeweils nach der Spurbreite des startenden Wagens zuzüglich einer Tolleranzzugabe von 20 cm. Für jeden Abwurf eines Balles oder das Umwerfen von Teilen eines Mehrfachhindernisses erhält das Gespann 3 Strafpunkte. Die Überschreitung der erlaubten Zeit führt mit jeder angefangenen Sekunde zu weiteren 0,5 Strafpunkten. Die Tore innerhalb der Hindernisse sind gemäß der aufsteigenden Buchstabenfolge möglichst schnell zu durchfahren. Da jedes Hindernis zur Strafzone deklariert ist, wird die gemessene Durchfahrtszeit mit 0,2 Punkten / Sekunde in Strafpunke umgerechnet.